Schule der Stimmenthüllung

Methode

Der Ton macht die Musik

Eigentlich müsste es besser der Klang macht die Musik heißen, denn Musik ist eben viel mehr als nur der richtige Ton zur richtigen Zeit. Es geht um die Klangqualität jedes einzelnen Tones, das Spiel mit unterschiedlichen Klangfarben, Dynamik, innerem Ausdruck und Tempo (Agogik).

Als Sänger mehr Klangfarben zu entwickeln und variabel und situationsbezogen damit spielen zu können ist ein Ziel dieser Schulung.

Lauschen lernen

In unserer visuell geprägten Welt muss man bewusst den Zugang zu anderen Sinnesqualitäten suchen, zumal sich unser Ohr in der allgegenwärtigen Anwesenheit von Klängen und Geräuschen mit einer gewissen Art von Taubheit schützt.

Stille als Substanz zu erleben birgt eine enorme regenerative Kraft. Je mehr wir uns sensibilisieren, umso tiefer werden musikalische Erlebnisse.

Jede Stimme kann klingen

Jeder Mensch hat eine Stimme. Sie muss von Hindernissen befreit, nicht aber gebildet oder geschult werden. Unabhängig von Begabung und Talent kann die eigene Stimme zum Klingen gebracht werden.

Besonders an dieser Schulung ist die Möglichkeit über das Entstehen eines Gruppenklanges das Ohr sensibel zu machen für die Richtung, die die Entwicklung der eigenen Stimme nehmen soll. Der freie Klang soll Ausdrucksmöglichkeit der eigenen Seele werden. Der entstehende Klangraum trägt dabei auch ungeübte Stimmen.

„Ein Sänger malt eine Leinwand mit Klang.“

Gleichgewicht

In Kontakt mit den eigenen Themen kommen und so zu einem inneren und äußeren Gleichgewicht finden. Die Arbeit an der Stimme birgt immer eine Persönlichkeitsentwicklung.

Harmonie

Freude und musikalischen Fluss in sich finden. Dem Streben nach Weiterentwicklung und ständiger Verfeinerung nachgehen.

Ausgleich

Polaritäten und Einseitigkeiten finden, um diese auszugleichen. Die eigenen Grenzen wahrnehmen und erweitern.

Wer war Valborg Werbeck-Svärdström?

Valborg Werbeck-Svärdström (1879-1972) war eine schwedische Sängerin mit großem Naturtalent. Bereits mit 15 Jahren kam sie an die königlich-musikalische Akademie in Stockholm, debütierte mit 21 in gleich drei Rollen und wurde sofort Mitglied der Hofoper. Durch die hohen Ansprüche an eine Opernstimme und den Druck mit dem sie daran arbeitete ihre Stimme „größer“ zu machen, kam sie recht schnell in eine Stimmkrise, die in einer Stimmbandlähmung gipfelte. Nach einer kurzen Zeit der Ratlosigkeit besann sie sich auf die Besonderheiten, die ihre Kinderstimme ausgemacht hatten. Sie begann Übungen zu entwickeln, die eben jenen Stimmklang förderten und konnte so aus eigener Kraft die Krise überwinden.

Valborg Werbeck-Svärdström widmete sich die folgenden 70 Jahre Ihres Lebens dem Aufbau einer Gesangschule und der Entwicklung einer Gesangtherapie, wobei sie Zuspruch und Hilfe bei Rudolf Steiner und Dr. Eugen Kolisko fand.